Aktueller Stand rund um das Gelände des Sage Club, KitKat Club und Tresor

Das Gelände an der Köpenicker Straße 74-76 ist ein Grundstück mit Anpassungsbedarf und beherbergt mehrere hochfrequentiert besuchte Veranstaltungsorte vom KitKat Club über den Sage Club bist zum Tresor. Dennoch ist das Grundstück kaum bebaut und besteht zum Teil aus Brachfläche. In einem Gespräch für das Forum StadtSpree berichtet Sascha Dieselkamp über den aktuellen Stand der Bebauung des Geländes und gibt einen Ausblick über mögliche Konsequenzen und Veränderungen des Kulturortes.

Forum StadtSpree: Was sind die Pläne für das Gelände? Was soll auf dem Grundstück in naher Zukunft passieren?

Sascha Disselkamp: Das Gelände zwischen Sage, KitKat und Tresor soll scheibchenweise in Townhouses verwandelt werden. Als geneigter Interessent kann man dort ein kleines Stück kaufen und dann selber weiter entwickeln. Dort steht bereits ein Kran auf dem Gelände und der erste Nutzer ist schon dabei dort zu bauen. Es gibt also eine heranrückende Wohnbebauung an den Sage, das KitKat und den Tresor. Eine weitere sichere Wohnbebauung droht dem Tresor auch noch von der anderen Seite der Köpenicker Straße, quasi genau gegenüber des Tresors.

Forum: Ist hier mit einer komplett privaten Nutzung zu rechnen? Oder ist noch etwas anderes geplant? Z.B. die Entstehung neuer Kulturräume oder ähnliches?

S. D.: Erstmal ist hier nur Wohnbebauung geplant. Wohnbebauung ist immer privat. Die Verteilung des Landes unterscheidet nach Wohnen, Gewerbe, Industrie oder Mischgebiet. Aber in diesem Falle soll dort Wohnraum entstehen.

Forum: In wieweit hat dies Konsequenzen für die angrenzenden Veranstaltungsorte?

S. D.: Dies hat sowohl für den KitKat als auch das Sage und den Tresor weitreichende Konsequenzen.

Forum: Kann man die Konsequenzen schon absehen? Z.B. in Form von Lärmauflagen? Wird der Clubbetrieb möglicherweise erheblich eingeschränkt?

S.D.: Dies kann man noch nicht absehen, dazu muss erstmal ein Kläger da sein. Anschließend muss erst geprüft werden, ob die Klage berechtigt ist. Fakt ist aber, dass es von Seiten des Bauaufsichtsamtes den Versuch gegeben hat, die Ergebnisse des Forum StadtSprees ein wenig zu diktieren. Das Amt hat gesagt, dass sie vorsorglich darauf hinweisen, dass in der direkten Umgebung ein Veranstaltungsort ist. Daraufhin hat die Seite, die dort die Wohnbebauung plant, gleich Einspruch eingelegt. Nach dem Motto: „Ist dies ein verdeckter Hinweis auf Vorkehrungen für massiven Schalschutz? Das lassen wir dort nicht gelten.“ Das heißt, ich stehe zum Teil mit den Leuten, die dort bauen, auf dem Kriegsfuß. Gleichzeitig stehen wir aber auch im Dialog, so dass ich sage, lasst uns versuchen irgendwie einen Weg zu finden. Aber letztendlich ist es so: Es gibt Dinge, die sind entweder schwarz oder weiß. Da gibt es keine Grautöne. Das ist in diesem Falle zu befürchten. Es kann dazu führen, dass eventuell Orte schließen müssen, wenn jemand, der dort seine Eigentumswohnung eingerichtet hat, anschließend feststellt, dass es ihm nachts zu laut ist.

Forum: Kann man schon ungefähr erahnen, wann man mit den ersten Problemen rechnen kann? Wie lange wird es dauern bis der Wohnraum fertiggestellt ist?

S.D.: Der erste Teil, der gerade gebaut wird, wird 2017 nach meinen Erfahrungen bezugsfertig sein. Ob dies gleich Ärger mit sich bringt, kann ich noch überhaupt nicht sagen. Derjenige, der dort einziehen will, baut ein Atelier und will dazu noch Wohnraum für sich und seiner Tochter schaffen. Er hat aber auch gleich gesagt, dass er keine Probleme sieht und er entspannt ist, was die angrenzenden Veranstaltungsorte betrifft. Ob es tatsächlich so sein wird, kann ich nicht sagen. Aber was ansonsten noch kommen wird, steht derzeit nicht fest.